Vorwort

Über sich selbst zu schreiben dürfte zu den schwierigsten Dingen gehören, die man sich aufbürden kann. Man hat ein ganzes Leben damit verbracht, seine anfänglich großen Träume zu verwirklichen, die mit fortschreitender Erfahrung immer kleiner und realistischer wurden. Um das Ziel dieser Visionen zu erreichen, achtete man oft nicht so sehr auf die Gangart. Ereignisse tauchen aus den Erinnerungen auf, die zu gestehen peinlich sind, sich aber nicht ungeschehen machen lassen. Der Autor fühlt sich einerseits zur Wahrheit verpflichtet, die möglichst stringent vermittelt werden soll, andererseits sind Ereignisse selbst nach vielen Jahren noch nicht schlüssig verarbeitet, also nicht kommunizierbar. Fabulieren würde die Geschichten sicher lesenswerter machen, deren Glaubwürdigkeit jedoch einschränken. Um einen Mittelweg zu finden wurden hier erzählerische Freiheit und strikte Aufreihung des wirklich Erlebten durch unterschiedliche Erzählstile kenntlich gemacht. Das bedeutet, dass die freien Erzählungen in der Gegenwartsform und in blau gefärbter Schrift dargestellt werden, während die tatsächlich stattgefundenen Erlebnisse in Vergangenheitsform und in schwarzer Schrift erscheinen.
Es ergibt sich nun die Frage, warum tut er sich das an? Überhöhte Selbsteinschätzung ist auszuschließen, dazu war dieses Leben zu wenig spektakulär, und die in der Welt hinterlassenen Spuren sind nicht tief genug. Die zu beschreibenden, hautnah erlebten Ereignisse fanden in ungewöhnlich schnell aufeinander folgenden evolutionsgeschichtlichen Epochen statt, die von vielen Menschen heute nur mehr als frühe Vorzeit wahrgenommen werden. Daraus entnehme ich die Berechtigung für mein Unterfangen.
Geplant für diesen Blog ist die Veröffentlichung von monatlich jeweils zwei Kapiteln, so lange, bis ein natürliches Ende den Schlusspunkt setzen wird. Bis dahin wird aber noch einige Zeit vergehen, und so hoffe ich, mit meiner Arbeit sowohl heiteres, als auch für manchen interessantes Lesevergnügen bieten zu können.

Da dieser Blog ausführlich Einzelheiten über mein Leben berichtet, und berichten wird, erübrigt sich wohl eine Vorstellung meiner Person. Weil jedoch die Erinnerungen nicht so weit zurückreichen, hier ein Bild meines Taufkissens, dessen Design anscheinend mein gesamtes Leben bestimmt:

Ich Taufkleid 1

Was noch gesagt werden sollte: dieses Elaborat erhebt weder Anspruch auf Vollständigkeit, noch auf literarische Reife.

2 Kommentare zu „Vorwort

  1. Lieber Herbert,
    ich finde deine Idee ganz großartig, deine Erinnerungen aufzuschreiben!:-)
    Dazu wünsche ich dir viel Freude und Energie!
    Natürlich werde ich alles sehr gerne lesen….!
    Und bin gespannt auf die weiteren Folgen……
    Herzliche Gruesse aus dem oberen Donautal
    Anni

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